Stiftung Artenschutz und Technik

28.07.2020

Schon seit Jahren überlegte ich, eine private Stiftung zum Artenschutz zu gründen. Erfahrungen mit dem Rückgang vieler Arten hatte ich als Jäger, als Betreiber der Tagebaue der Neuburger Kieselerde und mit den vielen Kontakten zu den Artenschützern in Amphibienschutz und im LBV, dem Landesbund für Vogelschutz. Da wurde der Wunsch immer dringlicher, mehr zur Förderung der Biodiversität zu tun. Reine Bildungsarbeit und Flächenkauf kann von den großen Naturschutzverbänden besser geleistet werden. Allerdings werden hier überwiegend die konservativen Wege des einfachen Flächenschutzes und der Vermeidung von technischer Hilfe und Vorrichtungen beschritten, sieht man einmal vom Einsatz von Baumaschinen ab. In der Landwirtschaft sind die großen Maschinenhersteller mit hohem Aufwand dabei, zum Beispiel Herbizide durch lasergesteuerte Technik unnötig zu machen.

Doch es bleibt gefühlt eine Lücke von kleiner durchdachter Technik, die auch auf wenig Raum und mit wenig Aufwand helfen kann, speziellen Arten das nachhaltige Überleben über Generationen zu sichern. Hier zum Beispiel kann die „Stiftung Artenschutz und Technik“ wirken. Der Grundgedanke ist eben, die vielen technologischen Möglichkeiten, die die Menschheit entwickelt hat, nicht als Feind des Artenschutzes zu betrachten, sondern sie zu seinem Nutzen anzuwenden, die scheinbaren Gegensätze in Frage zu stellen. Es wäre schade, die heutigen Fähigkeiten nicht für den Artenschutz anzuwenden. Im Stiftungsrat, der über die Projekte entscheidet, sollte also eine gemischte Besetzung aus technischer Naturwissenschaft und Artenschutzspezialisten aktiv werden. Ich meine, das ist mir mit dieser Zusammensetzung gelungen.

Ein Stiftungsvermögen von einer Million Euro gibt eine stabile Grundlage, aber bei der derzeitigen Verzinsung einer risikoarmen Anlage auf absehbare Zeit keine Möglichkeit einer Projektförderung. Deswegen kann der Stiftungszweck nur verfolgt werden, weil sich die Firmen HOFFMANN MINERAL und SONAX verpflichtet haben, auf zehn Jahre jeweils jährlich 25.000 Euro, also zusammen 50.000 Euro als Zustiftungen zu spenden. Damit lässt sich effektive und nachhaltige Förderung von geeigneten Projekten mit Studenten und Doktoranden an (Fach-)Hochschulen voranbringen. Und natürlich sind weitere Spenden und nachhaltige Förderer willkommen. Mit der Anerkennung der Stiftung durch die Stiftungsaufsicht der Regierung von Oberbayern hat nun der Stiftungsrat mit der Kontaktaufnahme zu Lehrstühlen und der Auswahl von Projekten begonnen und bereits Gelder für ein erstes Projekt bewilligt, in dem es um die mechanisch effiziente Saatgutgewinnung von seltenen Ackerwildkräutern aus dem Dreschabfall der Getreideernte geht.

Manfred Hoffmann