Struktur und Entstehung

Die klassische Neuburger Kieselerde ist ein natürlich entstandenes Gemisch aus korpuskularer Neuburger Kieselsäure und lamellarem Kaolinit: ein loses Haufwerk, das durch physikalische Methoden nicht zu trennen ist. Der Kieselsäureanteil weist durch seine natürliche Entstehung eine runde Kornform auf und besteht aus ca. 200 nm großen, aggregierten Primärartikeln. Durch diese einmalige Struktur ergeben sich die relativ hohe spezifische Oberfläche und Ölzahl, woraus neben rheologischer Aktivität auch gute anwendungstechnische Eigenschaften resultieren. 

Als die Neuburger Kieselerde vor 95 Millionen Jahren entstand, waren weite Teile Süddeutschlands vom Meer bedeckt. In einer Bucht des heutigen Bayerns lagerten sich auf Kalksteinsedimenten aus dem jüngsten Jura die verschiedenen Schichten der Neuburger Kieselerde ab (Abb. 1). Nachdem das Meer zurückwich, bildeten sich durch Einstürze der Kalksteinschichten sogenannte Karsttrichter, in die die Kieselerde einsank und erhalten blieb (Abb. 2). So entstand ein Rohstoff, der - egal, wo man auf unserer Welt auch sucht - einzigartig ist (Abb. 3).  

Schicht 1: Abraum | Schicht 2: Feinsand | Schicht 3: Kieselerde | Schicht 4: Ton | Schicht 5: Kalk