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Geschichte

Geschichte

Die Geschichte der Firma HOFFMANN MINERAL ist vor allem die Geschichte einer Familie. Die Geschichte von vier Generationen, die sich ganz dem Abbau und der Veredelung eines besonderen Rohstoffs gewidmet haben: Der Neuburger Kieselerde, heute hauptsächlich unter SILLITIN bekannt, früher auch als Kieselkreide, kieselsaure Kreide, Neuburger Weiß oder Neuburger Kieselweiß bezeichnet. In der nun 100jährigen Firmengeschichte ist vieles geschehen. Vieles hat sich verändert und doch blieb einiges, wie es immer schon war. Erfahren Sie mehr über die markanten Stationen von der Unternehmensgründung bis zur Gegenwart.

Klicken Sie sich durch das „Hoffmann-Jahrhundert“.

 

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heute

 

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Gründung 1903

Geschichte 1903 Hoffmann Franz
Geschichte 1903 Neuburg 1905
Geschichte 1903 Pferdefuhrwage

Unternehmensgründer
Franz Hoffmann

Blick auf die Münchener Straße
um die Jahrhundertwende

Kieselerdeabtransport
Anfang des 20. Jahrhunderts

 

Franz Hoffmann, Gründer der heutigen Firma HOFFMANN MINERAL, tritt nach erfolgreichem Studium um 1888 eine Stelle als Baumeister bei einer großen Münchener Baufirma an. Von dort führt ihn ein Projekt nach Neuburg, wo er seine Frau Maria kennen und lieben lernt. Mit ihr hat er vier Kinder, sie ist selbst Tochter eines Neuburger Baumeisters und darüber hinaus eine tüchtige Geschäftsfrau. Das ermutigt Franz Hoffmann, sich selbständig zu machen. Er erwirbt sich bald den Ruf eines zuverlässigen und ideenreichen Baumeisters. Ein Engländer namens Mason beauftragt Franz Hoffmann, eine Kieselerdefabrik zu planen und zu errichten. Zu jener Zeit sind eine Reihe von Politurenherstellern im Geschäft mit dem Neuburger Rohstoff, denn Messing ist sehr beliebt und Kieselerde ein wichtiger Zusatz der Metallpolituren. Nach langer Planungsarbeit bricht Mason plötzlich das Projekt ab, da er wohl in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. In dieser Situation entschließt sich Franz Hoffmann, selbst eine „Dampfschlämmerei" für echte Neuburger kieselsaure Kreide zu errichten – der Unternehmensgrundstein ist gelegt.

 

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1924

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Grube Kreuth
1924

Modernste LKW-Technik
Stand: 1924

Große Ehre: Die Ernennung
zum Kommerzienrat

 

Franz und Felix Hoffmann kehren 1919 wohlbehalten aus dem ersten Weltkrieg zurück. Zusammen mit ihrem Vater, dem ehemaligen Baumeister Franz Hoffmann gründen sie die offene Handelsgesellschaft Franz Hoffmann & Söhne. Der Sohn Franz ist Diplomkaufmann, Felix Architekt. So ergänzen sich die Brüder in ihrer Arbeit. Franz ist verantwortlich für die kaufmännischen Belange, der Techniker Felix kümmert sich um die Bauten und Maschinen. Mit aller Kraft widmen sich die beiden dem „Kreide-Geschäft“. Vater und Söhne können einen Liefer- und Kooperationsvertrag mit der englischen Firma Reckitt & Colman, dem bedeutendsten Putzmittelhersteller der Welt, erneuern. Die Geschäftsbeziehung entwickelt sich immer stärker und hält bis heute an. Außerdem erschließen die Brüder für die Firma den Weg in die Kautschukindustrie. Geschick, Einsatz und auch Mut sind das Erfolgsrezept, mit dem Franz und Felix Hoffmann über die Jahre das Geschäft mit der Kieselerde aufbauen.

 

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1935

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history_1935_atemschutztechnik
history_1935_kabelkran

Grubenbesichtigung der
Brüder Felix und Franz

Pionierleistung:
Atemschutztechnik Stand: 1924

"Drahtseil-Akt"
Kabelkran um 1930

 

Das blühende Geschäft mit der Kieselerde hat aber auch eine Schattenseite: Die Berufskrankheit Silikose. Diese Staublungenerkrankung wird in den 20er bis 30er Jahren erkannt. Als die Ursachen dieser Krankheit bekannt sind, machen sich Franz und Felix Hoffmann zusammen mit dem findigen Werksmeister Bayerle an die Problemlösung. Es entsteht ein Balg aus Seidenstoff, der über den Kopf gestülpt und von einem Kompressor mit frischer Luft versorgt wird. Es ist wahrscheinlich die erste Frischluftmaske der Welt. Noch gibt es keine Arbeitsschutzvorschriften, die solche Schutzmaßnahmen vorgeschrieben hätten, dennoch wird die Maske ständig weiterentwickelt. Denn die Investition in die Mitarbeiter wird bei Hoffmann schon immer als Investition in die Zukunft gesehen. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Zukunft wird 1935 getan. Mit einem großen Grundstücksbesitzer, der Stiftung Studienseminar Neuburg, einigt man sich auf einen 50-jährigen Abbauvertrag.

 

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1950

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Aus Tradition:
die "Grubenwasserprobe"

Forschung sichert die Zukunft,
Manfred Hoffmann senior 1950

Abbaugebiet Grube Pfaffengrund
um 1952

 

Franz Hoffmann hat in der Nachkriegszeit die Kontakte zur Gummiindustrie wieder aufgenommen und damit den strategisch richtigen Markt der Zukunft bearbeitet. Manfred Hoffmann, Sohn von Franz Hoffmann, beendet 1950 erfolgreich sein Chemiestudium und tritt ins Unternehmen ein. Die Zusammenarbeit von Vater und Sohn entwickelt sich hervorragend. Wie bereits sein Vater lässt auch Franz Hoffmann seinem Sohn freie Hand, so dass dieser sich ganz in das Unternehmen einbringen kann. Bereits vor 1950 beginnt man mit dem Aufbau einer eigenen Pflegemittelsparte. Die Marke SONAX, der heutige Marktführer im Bereich Autopflege, wird geboren. Manfred Hoffmann baut auch die Betriebskontrolle und Qualitätssicherung aus, es werden wichtige Investitionen in neue Aufbereitungs- und Trocknungstechnik getätigt, das Unternehmen wächst. Mitte der 50er Jahre sind von den zeitweise zahlreichen Neuburger Kieselerdeunternehmen nur zwei übrig geblieben, die sich einen harten Wettbewerb um die Kunden liefern: Die Globus-Werke, die schon in den 20er Jahren die Kieselweiss GmbH übernommen hatten, und die Franz Hoffmann & Söhne, die 1954 die Bayrischen Kreidewerke kauft.

 

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1963

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history_1963_biotop
history_1963_huetting_biotop

Lebensräume
schaffen und bewahren!

Natur pur!

Biotop Hütting 1988

 

Früher war es ganz normal, abgebaute Gruben einfach sich selbst zu überlassen. Doch bereits 1963 beginnt man bei Franz Hoffmann & Söhne mit der Verfüllung und Rekultivierung. Es gibt zu dieser Zeit keinerlei gesetzliche Bestimmungen, die dieses fordern würden. Man ist aber schon jetzt der festen Überzeugung, dass der, der etwas von der Natur nimmt, auch etwas zurückgeben muss. Mit diesem Verständnis werden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Gruben für die ursprüngliche Nutzung rekultiviert, meist wird wieder Wald gepflanzt. Fast immer entstehen aber auch neue Biotope. Zum Ende des 20. Jahrhunderts wird dann bereits vor dem Öffnen einer Grube die spätere Wiedereingliederung in das jeweilige Ökosystem geplant. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Eigentümern, dem Bergamt, den Forstleuten und dem Naturschutz. Die Renaturierungs- und Rekultivierungsarbeiten sind inzwischen so weit verbessert, dass bereits wenige Jahre nach Verfüllung einer Grube nichts mehr auf die ehemaligen Tagebaue hinweist.

 

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1971

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history_1971_laborbild_mit_personen
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Einzigartige Struktur der
Neuburger Kieselerde

Kieselerde, ein interessantes
Forschungsgebiet

Das Werksgelände: 1971

 

Die Wettbewerbssituation, die sich im Laufe der nunmehr beinahe 70jährigen Firmengeschichte immer mehr gewandelt hat, sollte sich 1971 ein letztes Mal maßgeblich verändern. Manfred Hoffmann tritt mit Gesprächen über eine Kooperation an den einzigen Wettbewerber Globus heran. Nach langen, fairen Verhandlungen wird klar, dass die Gesellschafter bei Globus kein allzu großes Interesse haben, ihre Kieselerdeabteilung weiter zu führen. So kommt es zum Verkauf dieser Sparte inklusive aller Maschinen und Abbaurechte sowie der Warenzeichen GLOXIL und SILFIN. Mit der alleinigen Herstellung der Neuburger Kieselerde erfüllt sich auch der Lebenstraum von Franz Hoffmann. Hat er doch als Kind erlebt, wie zur Zeit der Unternehmensgründung die übrigen mächtigen Kieselerdefirmen seinen Vater eher als Außenseiter betrachteten und ihm keine große Zukunft vorher sagten.

 

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1979

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history_1979_kreuzgruende_letzter_wagen
history_1979_kreuzgruende_bergmann

Effizienz im Tagebau 1979

Grube Kreuzgründe 1979
Letzter Wagen untertage

Längst Geschichte:
"Knochenarbeit" untertage

 

Bereits vor etwa tausend Jahren wurde in der Gegend um Neuburg Untertagebau betrieben. Damals schürften die Bergleute jedoch nach Eisenerzknollen oder Ton. Ab dem 19. Jahrhundert begann die verstärkte Nachfrage nach der Kieselerde, die hauptsächlich aus offenen Gruben, aber auch im Untertagebau gefördert wurde. Der Abbau unter Tage entstand aus dem Vorteil, dass man bei jedem Wetter mit einfachem Gerät fördern konnte. Aus Sicherheitsgründen muss man dabei aber in Kauf nehmen, große Teile einer Lagerstätte nicht nutzen zu können. Mit modernsten Gerätschaften wie Baggern, Schwerlastwagen und Pumpen ist nun ein Abbau über Tage nicht nur wesentlich sicherer, er ermöglicht zudem den fast vollständigen Abbau eines Vorkommens. 1979 schließt Hoffmann den Untertagebau und damit auch ein ganzes Kapitel in der Geschichte des Kieselerde-Abbaus.

 

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1991

history_1991_mhj
history_1991_beirat_GL
history_1991_kautschuktechnikum

Manfred Hoffmann junior
1991

Geschäftsleitung und Beirat der
Unternehmensgruppe Hoffmann 1991

Kautschuktechnikum
Entwicklungslabor für Kunden

 

Die Entwicklung schreitet rasch voran. Durch intensive Entwicklung wird die Neuburger Kieselerde zu einem sehr wertvollen Füllstoff für immer weitere Anwendungsgebiete. Bereits 1984 war Manfred Hoffmann junior in das Unternehmen eingetreten. Jetzt, 1991, steht wieder einmal ein Generationswechsel an. Manfred Hoffmann senior, der Mann, der die Unternehmensgeschichte über viele Jahrzehnte erfolgreich prägte, zieht sich langsam aus dem Tagesgeschäft zurück und übernimmt den Vorsitz des neu gegründeten Firmenbeirates. Die Geschäftsleitung übergibt er seinem Sohn Manfred Hoffmann junior. Bleibt zu erwähnen, dass sich auch dieser Wechsel natürlich ganz nach der Firmen- und Familientradition des „Freie-Hand-Lassens“ vollzieht. Schließlich hat diese Unternehmensphilosophie ein bedeutendes Stück zum Erfolg der Firma beigetragen. Ein Erfolg, der mittlerweile sein 100jähriges Jubiläum feiern kann.

 

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2003 - heute

history_2003_werksgelaende
history_2003_hms-mhj
history_2003_lastwagen

Das Werksgelände: heute

Mit Zuversicht in die Zukunft
Manfred Hoffmann junior & senior

Von Neuburg in die ganze Welt

 

Der Verkauf der Kieselerde wurde innerhalb der letzten zehn Jahre von 40.000 auf 50.000 Tonnen pro Jahr gesteigert. Auf Basis dieser Tonnage hat man derzeit Lagerstätten für mindestens 30 Jahre erkundet. Mit dem Abbau der Kieselerde ist aber noch für weitere 100 Jahre zu rechnen. Deswegen wird nun ein anderer zukunftsträchtiger Zweig neben der Kieselerde mit Investitionen erweitert. Schon seit den 70er Jahren sind für die weitere Veredelung der Neuburger Kieselerde und anderer Materialien Know-how und Kapazitäten aufgebaut worden: Die Behandlung von pulverförmigen Stoffen mit Feinchemikalien, damit sie bessere Eigenschaften in den jeweiligen Anwendungen erhalten.

 

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