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Arbeitsschutz

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Was ist beim Umgang mit Neuburger Kieselerde zu beachten?

Die Feinteiligkeit von Sillitin, Sillikolloid, Aktisil und Silfit, Aktifit kann bei der Verarbeitung bzw. beim Handling zur unerwünschten Bildung von lungengängigen Stäuben führen. Diesem Aspekt ist daher beim arbeitshygienischen "Risk Assessment" besondere Bedeutung beizumessen.

Wie phasenanalytische Untersuchungen an der Neuburger Kieselerde ergeben haben, besitzt sie Anteile an kryptokristalliner Kieselsäure. Für diese Anteile kann – wenn sie denn als Staub vorliegen – eine fibrogene Wirkung nicht ausgeschlossen werden, d. h. langfristiges Einatmen hoher Staubkonzentrationen kann zu Silikose führen. Eine angemessene Überwachung und Einhaltung der Staubexposition ist daher angeraten.

Dieses quarzähnliche Gefährdungspotential und die seit 1997 durch IARC ausgelöste Diskussion und Neueinstufung von Quarz hat auch bei der Neuburger Kieselerde, deren Kieselsäuregehalt bis dato als Quarz charakterisiert wurde, zu vertieften Untersuchungen hinsichtlich ihrer toxischen Wirkung geführt. Mehrere über die letzten Jahre beim IBE (Bruch et al., 2001 – 2007) durchgeführte "in-vitro"-Studien mit Crossvalidierung zu "in-vivo"-Experimenten zeigten in der Auswertung des Vektormodells ein deutlich unterschiedliches toxikologisches Profil der Neuburger Kieselerde – und zwar eine erheblich niedrigere Toxizität – im Vergleich zu anderen quarzhaltigen Produkten.

An dieser Stelle sei auf einen einschränkenden Kommentar in den IARC Monographs von 1997 verwiesen, der die Einstufung von Quarz als krebserregend (Gruppe I) beim Menschen in interessanter Weise relativiert :

„In ihrer Gesamtbewertung merkte die IARC-Arbeitsgruppe an, dass eine krebserregende Wirkung nicht in allen untersuchten industriellen Situationen festzustellen war. Eine krebserregende Wirkung kann von den der kristallinen Kieselsäure inhärenten Eigenschaften oder von externen Faktoren abhängig sein, die die biologische Aktivität oder die Verteilung der Kieselsäure-Polymorphe beeinflussen.“

Diese Besonderheit konnte im Rahmen einer bei Hoffmann Mineral durchgeführten Kohortenstudie (KAFKA Studie 2011, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin) bestätigt werden. Sie umfasst 675 Mitarbeiter, die in einem Zeitraum von 1923 bis 2007 bei Hoffmann Mineral beschäftigt waren bzw. sind.

Die arbeitshygienischen Ergebnisse von mehr als 80 Jahren Erfahrung im Umgang mit Neuburger Kieselerde lassen sich wie folgt zusammenfassen :

zu Lungenkrebs:
Obwohl eine große Anzahl von Mitarbeitern einer sehr hohen, kumulativen Konzentration (bis zu 90 mg/m³ x Jahre) an kryptokristalliner Kieselsäure ausgesetzt war, konnte kein statistisch signifikantes Lungenkrebsrisiko identifiziert werden.

zu Silikose:
Mitarbeiter, die unter Tage arbeiteten bzw. langfristig Expositionen von > 0,15 mg/m³ alveolengängigem Feinstaub (kryptokristalline Kieselsäure) ausgesetzt waren, besaßen ein erhöhtes Risiko, an einer Silikose zu erkranken.

 

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